„Waltraud Gruber: Selbstbewusst gegen den Strom“

Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung von Lena Grundhuber:

« Ihr unaufgeregtes Selbstbewusstsein ist es wohl, das Waltraud Gruber eine Reputation eingetragen hat, die sich an einer Zahl festmachen lässt: Mehr als 18 Prozent holte die Grüne als Landratskandidatin in diesem Frühjahr (Anmerkung 2010). Sie selbst nennt andere Zahlen, um ihre politische Karriere zu bebildern: Sechs Jahre als Grüne alleine im Aßlinger Gemeinderat, 24 Jahre im Kreistag – anfangs nur zu dritt – gegen eine übermächtige CSU-Mehrheit. Ein mühsamer Kampf sei das, sagt sie, hebt den Kopf und sagt: „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.»

«Eitelkeit will sich die Politikerin nicht nachsagen lassen, aber ein bisschen Stolz erlaubt sie sich. Dass der Klimaschutz im Bewusstsein endlich angekommen ist und die Grünen endlich in der Mitte der Gesellschaft, sieht sie als ein politisches Verdienst. Auch auf dem Land, sagt sie, würden die Anhänger der Öko-Partei längst nicht mehr pauschal als „gspinnerte Chaoten“ abqualifiziert. „Wer setzt sich denn wirklich für die Bewahrung der Heimat ein?“, fragt sie, nun schon ein wenig entrüstet – um flugs vom eigenen Humor eingeholt zu werden: „A bisserl Spinner sein, das schadet ja nie.“»

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.