Wahlkampfauftakt „Erneuerbare Energien in Bürgerhand“

Zu ihrer Auftaktveranstaltung holte sich Landtagskanddatin Waltraud Gruber Verstärkung von Ludwig Hartmann, dem energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktion.

Sie wählte das Thema Bürgerbeteiligung bei der Energiewende, weil es für sie eine „große Chance ist, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Energiewende mitgestalten können und dadurch an der Wertschöpfung teilhaben“.

Ludwig Hartmann und Waltraud Gruber; ©foto:Sebastian_Gruber

Ludwig Hartmann und Waltraud Gruber; ©foto:Sebastian_Gruber

„Früher war es ureigenste Aufgabe der Kommunen die Energieversorgung zu sichern. Die Erneuerbaren Energien bieten die Chance die Energiegewinnung und -vermarktung zurück in Bürgerhand zu bekommen. Damit könnten alle an den Gewinnen bei der Erzeugung von Erneuerbaren Energien im Landkreis auch finanziell teilhaben“, so Waltraud Gruber.

Zu ihrer Veranstaltung hat sie Experten eingeladen, die in dem voll besetzten Nebenzimmer der Gaststätte „Zur Landlust“ im Reitsbergerhof ein breites Spektrum an Wissen darstellen konnten.

Zunächst stellte Waltraud Gruber jedoch sich und ihre Klimatour vor. Sie will die Zeit vor der Landtagswahl nutzen, um auf die verschiedenen Aspekte einer nachhaltigen Klimapolitik einzugehen. Auf den Etappen durch den Landkreis Ebersberg will sie allen Interessierten die Gelegenheit geben, sie persönlich kennen zu lernen und mit ihr zu diskutieren. In lockeren Gesprächsrunden, meist in der Natur und – je nach Themenschwerpunkt – an passenden Orten wird sie in sieben Etappen die wichtigsten Handlungsfelder Grüner Klimapolitik aufzeigen.

Unterwegs ist sie mit ihrem Elektro-Roller, den sie Klima schonend mit Sonnenstrom vom eigenen Solardach „betankt“.
Die sieben Etappen sind: Erneuerbare Energien, Mobilität, Ernährung, Energiesparen, Industrielle Landwirtschaft/Vermarktung, Böden als natürliche CO2-Speicher und Wälder/Holz als Klima-Senke.

3E-eg Genossenschaft Zorneding/Vaterstetten:

Wolfgang Poschenrieder, Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft 3E-eG Zorneding/Vatersteten warnte eindringlich davor, wie ernst die Lage bezüglich der Klimaveränderung ist. „Die Auswirkungen des Anstiegs der klimaschädlichen Gase sind mit unserem linearen Denken nicht vorstellbar, wir können nicht erfassen welcher Anstieg der Erderwärmung auf uns zukommen wird.“ Ein Schaubild einer e-Funktion mit ihrem exponentiellen Anstieg der zunächst kaum merklich, dann aber rasant zunimmt, verbildlichte das deutlich. Völkerwanderung wird die Folge sein, Chaos wird herrschen… Deshalb steckt Herr Poschenrieder all seine Kraft in sein ehrenamtliches Engagement. Mit Waltraud Gruber war er sich einig, dass die Energiewende eine Daseinsvorsorge für uns alle ist.

Robert Winkler, Aufsichtsrat der 3E-eG Genossenschaft, stellte die Bürgerenergiegenossenschaft Zorneding/Vaterstetten vor.

Landkreis-Energiegenossenschaften „REGEeG + Bürger-eG“:

Die beiden in Planung befindlichen Landkreis-Energiegenossenschaften „REGE eG + Bürger-eG“ wurden von Waltraud Gruber erläutert. Ihre Präsentation dazu können Sie hier nachlesen.

Windparks in Bürgerhand:

Über „Windparks in Bürgerhand – Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung beim geplanten Windpark im Ebersberger Forst“: berichtete Dirk Woldrich von Green City Energy. Er ging auf die Bürgerbeteiligungsform der Genussrechte ein. Auf Nachfrage von Waltraud Gruber versicherte er, dass die geplante Landkreis-Energiegenossenschaft REGE dort sehr gut mit eingebunden werden kann und auch eingebunden werden soll.

Ludwig Hartmann, der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion erläuterte was politisch alles falsch läuft. Angefangen von der Unsicherheit der Energieeinspeisevergütung, bis zum jüngsten Vorstoß von Horst Seehofer zu den  Abständen der Windenergieanlagen. Er habe den Eindruck, dass „die CDU/CSU alles dafür tut um die Energiewende zum Erliegen zu bringen“. Es ist nicht eine Frage, ob wir genügend regenerativen Strom erzeugen können, sondern wie wir die Energie koordinieren. Der Strom wird nicht wie bei den alten Großkraftwerken konstant als Grundlast produziert, sondern nach örtlichen Bedingungen unregelmäßig anfallen. Ein Umdenken ist erforderlich – und dazu sind die großen und mächtigen Energieversorgungsunternehmen nicht bereit.

Waltraud Gruber, die die Arbeit von Ludwig Hartmann im Landtag sehr schätzt, war mit ihm einer Meinung, dass es dazu eine Politik braucht, welche die Energiewende auch wirklich will und die die Rahmenbedingungen dazu verlässlich und intelligent festlegt. Dazu bieten sich die beiden Wahlen im September an.

Abschließend sagte Waltraud Gruber „ Es gibt Spitzen, da wird jetzt schon zu viel Strom produziert, und Lücken in denen Strom fehlen wird – das ist doch eine spannende Aufgabe für Deutschland, das Land der Ingenieure und Wissenschaftler. Packen wir es an, gestalten wir die Zukunft!“

Gespräche  und Diskussionen erfolgten dann noch weit über das offizielle Ende der Veranstaltung hinaus.

 

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