Supervision für freiwillige Helfer der Asylbewerber

In einem Antrag fordert die Grüne Kreistagsfraktion professionelle Unterstützung für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer der Flüchtlinge.

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Im Landkreis Ebersberg haben sich – oft innerhalb kürzester Zeit – in vielen Gemeinden Helferkreise für Asylbewerber gebildet. Die Helfer/innen setzen sich vor Ort für die Anliegen der Asylbewerber/innen ein und strukturieren und koordinieren Hilfen für diese. Alle Helfer/innen arbeiten ehrenamtlich und leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander und Zusammenleben mit Asylbewerbern/innen in den jeweiligen Gemeinden. Von Seiten des Landratsamtes werden die Helferkreise in vielen (Rechts-)Fragen beraten.

Die Arbeit der ehrenamtlichen Asylbetreuer/innen ist jedoch nicht leicht, sie kostet viel Zeit und ist immer wieder mit Enttäuschungen, Niederlagen und Abschieden verbunden. Dieses soziale Engagement ist persönlich und menschlich sehr anspruchsvoll und stellt große Anforderungen an die Fähigkeit zur Anteilnahme und Abgrenzung. Das rechte Maß des Engagements zu finden und die Begegnung mit Asylbewerbern/innen, die in vielerlei Hinsicht anders sind als man selbst, sind eine große Herausforderung. Die individuellen Lebens- und Leidensgeschichten der Asylbewerber/innen erleben die Ehrenamtlichen oft hautnah. Auch müssen sich die Helfer/innen mit negativen und verletzenden Meinungen und Stimmungen zur Asylbewerberthematik auseinandersetzen.

Solche Situationen können zur Überforderung führen. Angeleitete Supervisionsgespräche können in so einer Situation sehr hilfreich sein. Supervisionsgespräche können aber auch als präventive Maßnahme wichtig werden um z.B. dem Abbruch des Engagements vorzubeugen. Für konkrete Situationen können in einer Supervision Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden, die auf die Person oder das Team abgestimmt sind.

Die AntragsstellerInnen Christine Gerneth und Vincent Kalnin sehen das vorgeschlagene Angebot auch als eine geeignete Anerkennung dieses wertvollen Ehrenamtes.

Im Jahr 2007 wurde der „Brennpunktetopf“ für präventive Jugendprojekte geschaffen. Ähnlich diesem Topf sollen Haushaltsmittel geschaffen werden, aus dem Einzelpersonen und/oder Teams der Helferkreise eine Supervision beantragen können.

Nach dem Vorschlag der Kreisgrünen sollen den Helferkreisen eine Liste geeigneter Supervisoren zur Verfügung gestellt werden.

Den Antrag können Sie hier einsehen.

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