Schulterschluss der Rosenheimer und Ebersberger Kreistagsfraktionen

„Ganz schön viele sind wir“, so Ebersbergs Fraktionssprecherin Waltraud Gruber, die die Grüne Kreistagsfraktion aus dem Landkreis Rosenheim nach Aßling eingeladen hatte. Sehr angeregt und intensiv haben sich beide Fraktionen über die Schnittstellen der beiden Kreistage informiert und gemeinsame Strategien diskutiert. Schwerpunkt waren dabei Verkehrsthemen, die beide Landkreise betreffen.

2015-06-26 GrüneEBEundROKreistagsfraktionen

©foto: Sebastian_Gruber

Die Ebersberger Grünen sind zu zehnt im Kreistag (insgesamt 60 Sitze) und drittstärkste Fraktion – die Rosenheimer Grünen sind zu neunt (insgesamt 70 Sitze), aber dafür zweitstärkste Fraktion. Für die Rosenheimer Grünen bedeutet das, dass sie in allen Gremien vertreten sind – auch in denjenigen wo nur zwei VertreterInnen des Kreistags entsandt wurden. Damit haben sie eine verantwortliche Sonderstellung im Kreistag. Die Ebersberger Grünen dagegen haben es geschafft, mehr eigene Schwerpunkte im Kreistag einzubringen.

Der Kreistag Ebersberg wurde von den Rosenheimern insgesamt als viel fortschrittlicher und demokratischer empfunden. „Beneidenswert“ , so Rosenheims Fraktionssprecher Christian Stadler. Beide Fraktionen werden bereichert durch jeweils eine Bürgermeisterin (Angelika Obermayr, Grafing) und einen Bürgermeister (Georg Reinthaler, Eiselfing).

Den meisten Raum nahmen die Verkehrsthemen ein. Der Ausbau der Staatsstraße 2080 stand ebenso auf der Agenda wie die B15 neu und der „Filzenexpress“ . Dass der MVV-Bereich dabei von Steinhöring bis Wasserburg ausgeweitet werde, sei noch keinesfalls in „trockenen Tüchern“.

MVV bis Rosenheim?

Besonders wichtig ist den Ebersberger Grünen, dass der MVV jedoch auch bis Rosenheim ausgeweitet werde. Zur Entlastung der Parksituationen in Aßling und Grafing – und weil es einfach Sinn mache, in der Metropolregion ein einheitliches Tarifmodell zu haben. Das aber sei aus Rosenheimer Sicht aus finanziellen Gründen noch in weiter Ferne. Gerade deshalb gelte es, gemeinsam als großes Ziel darauf hinzuarbeiten.

Brennerbasiszulaufstrecke: „Nix gwis‘ woas ma ned“

Über die Brennerbasistunnel-Zulaufstrecke wussten auch die Rosenheimer Grünen nicht viel Neues, denn weder die Zulaufstrecke noch der Zeitrahmen sind derzeit bekannt. Im Raum stehen allerdings drei Varianten:

  1. keine neue Strecke und Taktverdichtung auf der Strecke München-Kufstein,
  2. eine komplett neue Trasse z.B. nahe der B15,
  3. eine Route über Mühldorf.

Sicher ist jedoch, dass die Zulaufstrecke über das Inntal gehen wird – deshalb ist auch hier der Protest recht stark.

Energiewende

Die „Gesundheit Oberbayern“ ein gemeinsamer Verbund der Kliniken etlicher Landkreise stand ebenso auf der Tagesordnung wie der Stand der Energiewende in den einzelnen Landkreisen. Während Ebersberg mit festen Leitzielen und jeder Menge Bausteinen für die Energiewende wie Energiegenossenschaften, Energieagentur und der Planung eines landkreisweiten Energiewerks auf einen guten Weg ist, hat sich im Landkreis Rosenheim auf diesem Gebiet fast nichts getan. Das wurde von den Rosenheimern als sehr enttäuschend empfunden. Waltraud Gruber versprach, nach Rosenheim zu kommen und die Bausteine der Energiewende im LK Ebersberg ausführlich zu erläutern.

In der Schlussrunde wurde das Treffen von allen als sehr bereichernd empfunden. Und obwohl Ebersberg zur Region 14 und Rosenheim zur Region 18 gehören, fanden alle, dass es mehr Gemeinsames gibt als mit anderen Landkreisen der gleichen Region. Einmal im Jahr sollen daher diese Treffen wiederholt werden und ein enger Austausch stattfinden. Im Biergarten fand die Arbeitssitzung dann noch einen privaten Ausklang.

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