Auf Initiative der Grünen: Bezirkstag fordert Modifizierung der Fallpauschalen in der Psychiatrie

Im Plenum des Bezirkstags Oberbayern wurde einstimmig eine Resolution zum neuen Abrechnungssystem in der Psychiatrie verabschiedet.

Die Kliniken des Bezirks Obberbayern, kurz kbo, versorgen mit 5500 Mitarbeitern ca. 80 000 PatienInnen pro Jahr. Sie bieten stationäre, teilstationäre sowie ambulante Leistungen in über 20 Standorten in Oberbayern an. Die Finanzierung erfolgt über die Pflegesätze der Krankenkassen, die je nach Lage der Klinik unterschiedlich hoch sein können.

Dieses System soll nun verändert werden. Durch den sogenannte PEPP-Entgeltkatalog sollen Fallpauschalen, wie sie in den somatischen Häusern schon seit längerem bekannt sind, eingeführt werden.

Doch psychische Krankheiten lassen sich im Verlauf nicht ausreichend in einem schematisierten Ablauf abbilden.

Es wird eine Zwei-Klassen-Psychiatrie befürchtet, weil schwerer psychisch erkrankte Menschen aus Kostengründen nur noch von Kliniken mit Vollversorgungsauftrag aufgenommen werden könnten. Krankenhäuser ohne diese Verpflichtung könnten sich auf die leichteren und damit mutmaßlich lukrativeren Fälle spezialisieren, während Vollversorger ins Kostenabseits rutschen oder gezwungen sein könnten, PatientInnen frühzeitig zu entlassen.

Die Resolution wurde vom Bezirkstag von Oberbayern einstimmig verabschiedet und appelliert an den Bundesgesundheitsminister, das geplante Vergütungssystem noch einmal grundlegend zu überarbeiten.

Den Wortlaut der Resolution lesen Sie hier

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