Preisverleihung „Der Grüne Wanninger“ in Neuburg an der Donau

Grüner Wanninger 2012 ©Adil OyanDie feierliche Preisverleihung des „Grünen Wanningers“ in Neuburg an der Donau, zeigte, wie Kultur in ihrer Kunst aber auch in ihrer sozialen und politischen Dimension gefördert werden kann. Der Kulturpreis wird seit 1988 von der oberbayerischen Bezirkstagsfraktion der Grünen vergeben und ist inzwischen ein eigenständiges Markenzeichen Grüner Kulturarbeit.

 

In diesem Jahr würdige der GRÜNE WANNINGER die Volksmusikgruppe „Grillheimer Durchanand“ und die „Sinninger Initiative gegen Rechts“.

LaudatorInnen: Norbert Mages,Vorstandssprecher OG Neuburg und Dr. Sepp Dürr, MdL, kulturpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion.

Musikalische Umrahmung durch „Grillheimer Durchanand“.

Im Anschluss an die Preisverleihung gab es ein vegetarisches Buffet der „Neuburger Landfrauen“.

Grillheimer Durchanand:
Sie fanden sich, ohne sich zu suchen. Wie so oft Gutes aus guter Nachbarschaft entsteht, entstand auch das „Grillheimer Durchanand“ aus der gemeinsamen Liebe zur Musik.

War die Volksmusik anfangs mit Georg, Udo und Ludwig noch eine reine Männersache, fand 1993 auch Margarethe den Weg zur bayerischen Volksmusik. Als Zuagroaste ergänzte sie die Gruppe aus Hörndl, Steirischer und Gitarre um ein weiteres Saiteninstrument. Mit Begeisterung spielt das „Grillheimer Durchanand“ das gesamte Repertoire an Volksmusik. Dabei hat keiner der vier Berührungsängste, so werden Stücke á la Zillertaler Schürzenjäger, traditionelle Gassenhauer oder ursprüngliche Volksmusik gespielt.

Die etwas ungewöhnliche Zusammenstellung der Instrumente – das Horn ist in „B“ gestimmt und die Steirische mit ihrer speziellen Stimmung – erfordern dabei von allen großes musikalisches Können. Neben den technischen Finessen, die jeder in seiner Freizeit meistert, experimentieren die Mitglieder auch mit alten Formen ihrer Instrumente.

Ob Rhythmus-Instrument oder Raffele, eine frühe Form der Zither, immer wieder werden Instrumente ausprobiert und so beliebte Lieder neu interpretiert.

Dass Volksmusik ankommt, beweist auch die sich wieder stärker verbreitende Tradition des „Hoagart´n“. Musiker, Musikgruppen und Gäste treffen sich in einer Wirtschaft, spielen, singen und freuen sich an der Musik. Dabei gilt auch hier das Motto der vier: „Mitanand´ ofanga, mitanand´ aufhörn“.

Sinninger Initiative gegen Rechts:
Heute ist die „Sinninger Initiative gegen Rechts“ eine anerkannte Institution in der Gemeinde – das war nicht immer so. Als sich die Gründungsmitglieder 1998 zusammenfanden, schieden sich die Geister noch daran, ob öffentliche Aufmerksamkeit für die Treffen eines rechten Waffennarrs tatsächlich notwendig seien.

Doch mit der Ansiedlung der Redaktion der NPD-Zeitung in Sinning fanden 42 Bürger, dass jetzt der Punkt erreicht sei, selbst laut zu werden und gehört zu werden. Eine gemeinsame Stellungnahme gegen die rechten Umtriebe wurde verfasst. Und trotz oder gerade wegen eines Rundbriefs der „Deutschen Stimme“ beteiligten sich über 250 Unterstützer an der Unterschriftenaktion.

Darauf fanden sich 150 Teilnehmer zu einer Demonstration gegen die NPD ein. Obwohl sich noch wenige Einheimische beteiligten, so zeigten doch DGB, Grüne, antifaschistische Gruppierungen und PDS – hier wird hingeschaut.

Als die „Sinninger Initiative gegen Rechts“ gegründet wurde, wuchs mit ihr auch das Bewusstsein in der Gemeinde. Die darauf folgenden Demonstrationen zeigten: Rassismus, Fremdenhass und Ausgrenzung sind keine Alternativen zu Demokratie, Toleranz und Offenheit.

Diese Offenheit vermitteln auch die Aktivitäten der Initiative: Filmvorführungen, Konzerte, Kabarettveranstaltungen und Vorträge. Seit 14 Jahren gibt es die „Sinninger Initiative“, und seit 2000 gibt es in Sinning keine NPD-Redaktion mehr! „Wehret den Anfängen“ – die Sinninger Initiative hat es ermöglicht.

Die PreisträgerInnen von 1988 bis 2011:
Die Fraunhofer Saitenmusik, Freising strahl, Die Narrenschaukel, Duo Kellerer & Krojer, Zither-Manä, Kabarest, Ursula Rieth, Kasus Knaxus, Uli Hermann, Trio Edelstoff, Thow & Show, die in Oberbayern tätigen Öko-Landbauverbände, der Bayrisch-Diatonische-Jodelwahnsinn, Kultur auf Rädern, Andreas Wagner, Zapf‘nstreich, die Biermösl Blosn, Refugio, Klinik-Clowns, Bel Acqua, Jurahausverein Eichstätt, Kino Breitwand, Zivildienst-Musikprojekt München, Umweltinitiative Pfaffenwinkel e.V., Marionettentheater Bad Tölz, Christian Leitner sowie Jazzclub Hirsch e.V. Moosburg, Susanne Korbmacher und ihr Verein „ghettokids – Soziale Projekte e.V.“, Nirit Sommerfeld.

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