Ortsbegehung bei geplanter Schweinemastanlage in Baumhau

Zur Ortsbegehung, die von der Initiative „pro Moosach“ organisiert wurde, kam viel GRÜNE Prominenz. Sigi Hagl, die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, reiste extra aus München an. Kreistagsfraktionssprecherin Waltraud Gruber, Beraterin der Bürgerinitiative und selbst Mitglied, kam mit den beiden SprecherInnen des Kreisvorstands Traudl Höpfner und Tobias Vorburg sowie der Tierschutzexpertin Bettina Goldner.

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©foto:Winfried_Goldner

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In Baumhau in der Gemeinde Moosach ist eine Schweinemastanlage in Planung. Der Antrag für das privilegierte Bauvorhaben als gewerblicher Betrieb wurde für 600 Schweine gestellt. Dagegen hat sich eine Initiative „pro Moosach“ formiert.

Trotz Kälte und Regen hatten sich neben dem Grundstück des geplanten Schweinestalls etwa 30 Interessierte eingefunden. So konnte Herr Lehnberg von der Initiative auch Olaf Rautenberg und Klaus Schöffel vom Bund Naturschutz und Bianka Poschenrieder von der SPD begrüßen. Auch der Bauwerber Herr Murr kam zusammen mit seinem Planer zu der öffentlichen Ortsbegehung.

Herr Lehnberg berichtete von dem Gespräch im Landratsamt, das Waltraud Gruber vermittelt hatte. Der Landrat und seine Mitarbeiter gaben sehr ausführlich Auskunft über den Stand des Bauantrags. Die Bearbeitung des Vorhabens sei demnach weit fortgeschritten, eine Entscheidung stehe aber noch nicht unmittelbar bevor. Auch seitens des Landratsamtes wurde das vorgesehene Areal als ein sehr sensibler Standort eingestuft.

Landwirtschaft eine Frage der Haltung

Für 2015 haben die bayerischen Grünen die Landwirtschaft zu ihrem Schwerpunktthema gemacht. „Wie wir Landwirtschaft betreiben, ist eine der zentralen ökologischen Fragen dieser Zeit“, so Sigi Hagl. Für sie ist „Landwirtschaft eine Frage der Haltung“. Deshalb diskutierte sie recht ausgiebig mit dem Antragsteller über die geplante Tierhaltung und über die zu erwartenden Emissionen.

Die Grünen im Landkreis stufen das Gebiet als sehr schützenswert ein. „Gerade im Landkreis-Süden breitet sich der Flächenverbrauch immer mehr aus“ so Waltraud Gruber. Hier müsse besonders sorgsam mit der Landschaft umgegangen werden.

Grundsätzlich wenden sich die Grünen gegen industrielle Tierhaltungen. Da Herr Murr sein Bauvorhaben in Baumhau als gewerblichen Betrieb genehmigen lassen will, befürchten die Grünen, dass auch hier eine Tierhaltung gewerblicher Art betrieben werden soll.

Schnell ergab sich eine Diskussion mit dem Bauwerber Herrn Murr. Dieser versuchte viele Argumente zu entkräften. Demnach hätten die 600 Schweine wesentlich mehr Platz als in einer herkömmlichen Anlage und die geplante Einstreutechnik hätte viele Vorteile. Gerade die Anwohner zeigten sich aber sehr skeptisch.

Sigi Hagl und Waltraud Gruber setzten sich dafür ein, einen runden Tisch zusammen mit der Initiative, Anwohnern, dem BN, dem Bauwerber, dem Landratsamt und der Gemeinde einzurichten. Herr Murr erklärte sich dazu bereit und möchte dort auch seine Planungen offen legen.

Resümee:

Statt einer Konfrontation mit verhärteten Fronten hat vor Ort ein informativer Austausch stattgefunden, der weiter fortgeführt wird – zumindest menschlich war das ein Gewinn.

Standort in Baumhau

 

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