Kreistagsfraktion und Glonner Grüne tauschen sich über den geplanten Radweg von Grafing Bahnhof nach Glonn aus

Treffpunkt war am Doblweiher, wo der alte Bahndamm die Staatsstraße 2351 kreuzt. Dort an der Verbindungsstraße zwischen Moosach und Glonn, befindet sich nach Ansicht der Grünen, der aus Naturgesichtspunkten neuralgischste Punkt der Planungen des Radweges. Besonders in diesem Bereich soll der alte Bahndamm auf jeden Fall unangetastet bleiben. Wichtig ist den Grünen, dass der alte Bahndamm in seiner Gesamtheit als Verbund-Biotop erhalten bleibt.

2015-04-20_Begehung alter Bahndamm web

v.li.: Joachim Hellriegel, Waltraud Gruber, Angelika Obermayr, Philipp Goldner. ©foto:Waltraud_Gruber

Kreisrat Philipp Goldner fuhr vor dem Treffen die Strecke mit dem Fahrrad ab. Er berichtete von den im Kreisumweltausschuss vorgestellten Varianten. Gegenüber der Forderung der CSU, die im Kommunalwahlkampf den alten Bahndamm als Radweg vorschlug, sehen die neuen Planungen des Büros Gruber-Buchecker die Radwegverbindung oft straßenbegleitend vor und auf bestehenden Feldwegen. Nur an manchen Stellen soll der alte Bahndamm als Weg herangezogen werden, dann wenn der Damm auch bisher schon als Weg benutzt wurde. Diese neuen Planungen sehen auf Druck von Naturschützern auch von einer Zerstörung der Dammkrone ab.

An der Gesprächsrunde nahm auch Jochen Carl, Mitglied des Naturschutzbeirats des Landkreises teil. Er bemängelte, dass der Naturschutzbeirat kaum Kenntnis über den Stand der Radwege- Planung habe. Die im Umweltausschuss vorgestellte Planung wurde dem Naturschutzbeirat bisher nicht zugänglich gemacht. Jochen Carl vertrat die Meinung, dass der naturschutzrechtlich gesicherte Bahndamm wegen der Biotopvielfalt und Biotopvernetzung uneingeschränkt erhalten bleiben solle. Denn die ehemalige Bahntrasse habe sich nach mehr als 30 Jahren sukzessiv zu einem Lebensraum mit einem „Inventar“ bedeutendster Tiere/Pflanzen und Lebensgemeinschaften entwickelt, weil es keine große Freizeitnutzung gab, so Carl. Direkt von existenzieller Bedeutung seien die überregionale Wandermöglichkeit und die Möglichkeit eines genetischen Austauschs einzelner Arten für deren Entwicklung und den Fortbestand. Er machte deutlich, dass eine verstärkte Freizeitnutzung das Biotop gefährde und er sich für die Erhaltung des Bahndamms im gesamten Bereich einsetzten werde.

Kreisrat Philipp Goldner sowie Grafings Bürgermeisterin und Kreisrätin Angelika Obermayr und die stellvertretende Landrätin Waltraud Gruber waren sich einig, dass die Planungen für den Radweg zunächst öffentlich zugänglich gemacht werden müssen und insbesondere der Naturschutzbeirat informiert werden solle. An sensiblen Stellen müsse aus Gründen des Naturschutzes noch einiges verbessert werden, um die Natur zu schonen.

Anbieten würden sich dazu auch die bereits vorhandenen Straßen. Ginge es nach den Kreis-Grünen, dann würde beispielsweise die St 2351 zwischen Glonn und Moosach auch als Radweg dienen und zumindest an den Wochenenden für den PKW-Verkehr zu Gunsten der Fahrradfahrer gesperrt werden. So würde im neuralgischen Bereich des Doblweihers der Bahndamm so belassen wie er ist.

Die Kreisgrünen werden Vorschläge für eine optimalere Trasse im Kreistag einbringen und sich weiter mit den Glonner Grünen abstimmen.

Anmerkung: Mittlerweile ist die „Präsentation Rad- und Wanderweg“ des Vorentwurfs auf dem Bürger-Info-Portal des Landratsamtes eingestellt und öffentlich zugänglich.

 

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