Eine Wende in der Agrarpolitik ist überfällig!

Heinrich-Böll-Stiftung und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) belegen in einem zusammen mit „Le Monde Diplomatique“ herausgegebenen „Fleischatlas“ die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung und fordern eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.

Es gehe nicht an, dass nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen der Produktion von Viehfutter dienten, wodurch Kleinbauern in weniger entwickelten Staaten ihr Land und ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage verlören.

Geschuldet sei dies der gigantischen Fleischproduktion und  dem übermäßigen Fleischkonsum in Deutschland, Europa und dem Rest der industrialisierten Welt. Die intensive Fleischproduktion ist qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, so die Autoren des „Atlas“. Sie erfordert den Anbau riesiger Mengen an Futtermitteln (Soja!), vor allem aus Argentinien und Brasilien – zu Lasten der dort lebenden Menschen, Tiere und Regenwälder. „Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt“, kommentierte Barbara Unmüßig vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.

Boom der Agrarfabriken

„Deutschland ist Mastplatz Europas“, sagen Friedrich Ostendorff, Agrarexperte der Grünen im Bundestag und die ehemalige Landwirtschaftsministerin in NRW, Bärbl Höhn zu diesem Thema. In einer neuen Studie weisen sie nach, dass die industrielle Tierhaltung in Deutschland mehr denn je boomt.
So wurden im Zeitraum 2009 bis 2012 bundesweit gut 38 Millionen neue Masthähnchenplätze beantragt beziehungsweise genehmigt und setzten sich damit die enormen Steigerungsraten der Vorjahre in dieser unseligen Branche fort: Zwischen 2003 und 2005 hatte die Zahl noch bei gut zehn Millionen gelegen. Von 2005 bis 2008 war sie bereits auf etwa 26 Millionen hochgeschnellt.
Vergleichbares gilt für die Schweinemast: Hier hat sich die Zahl der beantragten oder genehmigten Haltungsplätze gegenüber dem Zeitraum 2005 bis 2008 um 60 Prozent auf über 2,5 Millionen erhöht!

Bayern nimmt dabei eine unrühmliche Spitzenposition ein.

Den „Fleischatlas“ lesen Sie hier.

Mehr dazu auf der Themen-Seite der Ebersberger Grünen „Ernährung/Agrarpolitik“

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