Die Folgen der Starkregen sind in weiten Teilen hausgemacht

Das Hochwasser der letzten Tage hat auch im Landkreis Spuren hinterlassen. Noch sind nicht alle Keller trocken, noch sind Dämme aufgeweicht und die Böden mit Wasser vollgesogen. Der Kreisvorstand der Ebersberger Grünen ist der Meinung, dass die Folgen der Starkregen in weiten Teilen hausgemacht sind.

2013-06-04 Hochwasser an der Attel

Hochwasser an der Attel;Foto:Waltraud_Gruber

Nachdem der Regen inzwischen aufgehört hat, sieht die Wetterlage nicht so aus, dass hier nun wochenlang Sonne und Trockenheit zu erwarten wären. Im Gegenteil: Schon für Freitag sind weitere Regenfälle angesagt. Meteorologen sprechen von einer „ungewöhnlichen“ Großwetterlage, wonach sich über Süddeutschland und dem Alpenraum ein Tiefdruckgebiet befindet, dass sich zwischen zwei Hochdruckgebieten quasi nicht auflösen kann. Es bleibt momentan offen, ob es in nächster Zeit weitere Starkregen geben wird.

Wir sollten uns bewusst machen, dass die Folgen solcher Starkregen in weiten Teilen hausgemacht sind. Dazu Christian Magerl, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag: „Im Zuge der ungebremsten Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete sowie Verkehrswege steigt auch die Flächenversiegelung zwangsläufig. Jährlich wird in Bayern fast die Fläche des Chiemsees verbraucht.

Diese betonierten und asphaltierten Flächen können dann nicht als Regenrückhaltegebiet dienen. Das Wasser muss unmittelbar in die Flüsse geleitet werden und verschärft die Hochwassersituation. Die Flächenversiegelung muss in Zukunft drastisch reduziert werden.

“ Zudem werde die Bedeutung unserer Moore, die bei Starkregen wie riesige Schwämme wirken, nicht geschätzt. Und der ökologische Hochwasserschutz, also die Aufweitung der Flüsse und Auen zur Schaffung von größeren Wasserrückhalteräumen, komme in Bayern nicht voran. Nicht zuletzt könnte auch eine bodenschonendere Land- und Forstwirtschaft zum Hochwasserschutz beitragen. Auch bei uns im Landkreis.

Laut Landtagskandidatin Waltraud Gruber muss nach den Aufräumarbeiten unbedingt in wirkungsvollen Hochwasserschutz investiert werden. „Den Flüssen und Bächen muss wieder mehr Raum gegeben werden, sie müssen aus den Zwangsjacken der betonierten Wasserstraßen befreit werden. Nur dann wird in Zukunft genügend Flutungsraum vorhanden ist. Denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser.“

von: Uwe Peters, Kreisvorstand

 

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