Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) gegründet

Die Gründungsversammlung der Bürgerenergiegenossenschaft Ebersberg ( BEG) im Gasthaus „Ebersberger Alm“ stieß auf ein sehr großes Interesse. Von den 91 interessierten Personen traten schon kurz vor Beginn 70 Personen bei. Dabei wurden 152 Anteile zu je 500 € gezeichnet, das bedeutet ein Startkapital von 76.000 €.

 

©Foto: Christine_Gerneth: v.li. Hans Zäuner, Kurt Scholz, Carl Behmer, Brigitte Keller,Alois Hofstetter, Waltraud Gruber, Werner Donath

©Foto: Christine_Gerneth: v.li. Hans Zäuner, Kurt Scholz, Carl Behmer, Brigitte Keller,Alois Hofstetter, Waltraud Gruber, Werner Donath

Nach der Verabschiedung der Satzung durften sich die frisch eingetretenen Mitglieder an den Wahlen der Vorstandsmitglieder beteiligen.

Werner Donath (Vorsitzender) aus Vaterstetten, Waltraud Gruber aus Aßling, Alois Hofstetter aus Steinhöring und Brigitte Keller aus Egmating stellten sich in alphabetischer Reihenfolge vor und wurden in einzelnen Wahlgängen gewählt. Grünen-Fraktionssprecherin Waltraud Gruber erhielt dabei zusammen mit Steinhörings Bürgermeister Alois Hofsteter lauter ja-Stimmen, bei nur zwei Enthaltungen. Anschließend stellten sich die Kandidaten für den Vorstand vor.

Der neu gewählte Aufsichtsrat zog sich zurück und wählte, wie es in der Satzung vorgesehen ist, den Vorstand. Gewählt wurden Carl Behmer aus Grafing, Kurt Scholz aus Ebersberg und Hans Zäuner aus Bruck als gleichberechtigte Vorstände.

Dem Aufsichtsrat und Vorstand steht ein Kompetenzteam zur Unterstützung zur Seite.

Einstimmig empfahl der Aufsichtsrat auch den Beitritt der „BEG“ in die „Rege eG“, der Landkreis-Energie-Genossenschaft. Die interkommunale Genossenschaft soll als Dachgenossenschaft fungieren und auch etliche Projekte gemeinsam mit der „BEG“ verwirklichen. Dem stimmte die Versammlung mit großer Mehrheit zu.

Bereits am kommenden Freitag werden sich die Vorstände beider Landkreis-Energiegenossenschaften zu ihrer ersten gemeinsamen Arbeitssitzung treffen.

Die ersten Projekte der BEG könnten Projekte wie Optimierung der Straßenbeleuchtung mit LED-Lampen, Photovoltaik mit hohem Anteil Eigenverbrauch, Nahwärmenetze, energetische Optimierung von Kläranlagen, Energie-Einspar-Contracting und vieles mehr umsetzen.

Ohne Hans Gröbmayr, dem Klimaschutzmanager des Landkreises hätte die Gründung nicht stattfinden können. Er hat die Gründung federführend zusammen mit dem Arbeitskreis „Bürger und Kommunalbeteiligungsmodelle“ in 2-jähriger Arbeit vorbereitet. Für Hans Gröbmayr ist das Thema die „derzeit interessanteste Aufgabe im Landkreis“ und er bezeichnet die Gründung der BEG, den „Schulterschluss zwischen Politik und Bürger“. Auch Landrat Niedergesäß steht hinter der Gründung und bemerkte auf der Versammlung, dass die Anstrengungen des Landkreises auf Landesebene nicht gerade mit Rückenwind begleitet werden. Das war durchaus auch im wörtlichen Sinne zu verstehen.

Laut Waltraud Gruber, die beim Arbeitskreis „Bürger- und Kommunalbeteiligungsmodell“ von Anfang an dabei war, kann die Energiewende nur gelingen, wenn sie „von unten“ her gestaltet wird. Sie ist überzeugt, dass es eine Chance ist, wenn die Bürgerinnen und Bürger sowohl an den Planungen, als auch an der Finanzierung und an den Gewinnen beteiligt werden. „Wir alle haben leider die Erfahrung gemacht, dass sich die Großkonzerne wie Bayernwerke und RWE nicht in die Karten schauen lassen und nur das machen, was ihnen maximale Gewinne verspricht. Einen Einblick bekommen wir nicht und den Einfluss dieser Konzerne auf die Entscheidungen in der „großen“ Politik sind enorm.“ Besonders erfreulich ist für die Grünen-Fraktionssprecherin im Kreistag, dass der Wille, die Energieversorgung im Landkreis zurück in kommunale bzw. Bürgerhand zu bekommen, überparteilich ist. So hat sie Zuversicht, dass das Projekt „Bürgerenergiegenossenschaften“ auch gelingen wird. Gruber freut sich auf eine sachorientierte und überparteiliche Arbeit im Aufsichtsrat.

Informationen über die BEG finden sich auf dem Portal der Genossenschaft

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